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Externe Public Relations der Siemens AG

 

Zeitlebens schenkt Werner von Siemens dem positiven Image seines Unternehmens große Aufmerksamkeit. In erster Linie sieht er sich aber als Erfinder, der es ablehnt, seine Produkte mittels „reclame“ medienwirksam darzustellen. Er ist der Meinung, dass „die wirklich nützlichen Dinge ihren Weg und ihre Anerkennung ohnehin finden“. Seine Produkte sollen sich durch Leistung und Erleichterung des Alltags auszeichnen. Dennoch versteht es Werner von Siemens, die Leistungen und Produkte seiner Firma stets ins rechte Licht zu setzen, solange die dafür verwendbaren Maßnahmen seiner Vorstellung von seriösem, öffentlichkeitswirksamen Auftreten entsprechen.

 

Bereits in diesen frühen Jahren der Entwicklung von Public Relations, die zu diesem Zeitpunkt noch Reklame bzw. Propaganda genannt wird, nutzt Werner von Siemens eine Reihe von Mitteln, um jede Gesellschaftsschicht von seinen Produkten zu begeistern und dessen Finanzierung sicherzustellen. Zum festen PR-Repertoire des Unternehmens gehört es, den Effekt der Vorführung mit dem der Beziehungspflege zu verbinden. Dies setzt das Haus Siemens um, indem es zur Vorstellung neuer Produkte wichtige Vertreter aus Politik und Wirtschaft einlädt. Durch seine Laufbahn als Offizier ist es Werner von Siemens zudem möglich, gute Kontakte zum kaiserlichen Hof aufzubauen. Diese Beziehungen sollen das Prestige der Firma erhöhen und parallel empfiehlt sich Siemens als kompetenter Ansprechpartner auf dem Gebiet der elektrotechnischen Energie. So stattet er zum Beispiel den kaiserlichen Hof zu Festbällen mit elektrischer Beleuchtung aus. Ferner bittet ihn die Kaiserin regelmäßig, zu ihren Wohltätigkeitsveranstaltungen, technische Neuheiten vorzuführen. Überdies finden im eigenen Haus Veranstaltungen statt, bei denen u. a. technische Neuerungen im Bereich der Medizin vorgestellt und vorgeführt werden und zu welchen Ärzte und weiteres Fachpublikum eingeladen wird.

 

Um die breite Öffentlichkeit von der Notwendigkeit seiner technischen Leistungen und Erfindungen zu überzeugen, installiert der Firmengründer 1880 in mehreren Straßen von Berlin die erste elektrische Straßenbeleuchtung. Werner von Siemens bezeichnet diese Art von PR als „Effekt und gleichzeitige Reklame“.

 

Ein weiteres bevorzugtes Instrument sind Welt- und Fachausstellungen. Diese werden vom Haus Siemens stets gewissenhaft und intensiv geplant und vorbereitet. In diesem Rahmen werden fortwährend publikumswirksame Ausstellungsstücke präsentiert. So befördert der erste elektrische Fahrstuhl auf der 1880 in Mannheim stattfindenden Industrieausstellung 8000 Besucher auf eine Aussichtsplattform.

 

Werner von Siemens hat zeitlebens eine kritische Einstellung zur Presse. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist dennoch zu verzeichnen: Bereits 1888 entsteht ein kleiner PR-Stab um den Physiker Willi Howe. Dieser sammelt Informationen zu technischen und kommerziellen Fragen, Kataloge und Publikationen und erstellt Anregungen für Vorträge, die vom Haus Siemens am Hof und in den eigenen Räumen gehalten werden. Im Jahr 1899 beschließt der Vorstand, die Pressearbeit zu intensivieren und stellt einen eigenen Pressereferenten ein. Eine Centralstelle für das Pressewesen folgt 1902. Im Lauf der Zeit wird die Beziehung zum Pressewesen intensiviert – eine notwendige Maßnahme, um dem wachsenden Konkurrenzdruck standzuhalten.