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Die Zeit des Literarischen Büros lässt sich in drei Phasen einteilen: In der ersten Phase dominieren die Restriktionen mit denen sich die Presse seitens der Regierung konfrontiert sieht: Die Presse wird mittels unterschiedlicher Zensurmaßnahmen drangsaliert: Entzug von Konzessionen und Privilegien, Berufsverbot, Zeitungssteuern, oder Geld- und Gefängnisstrafen. „Nach dem Zerfall der zentralen Reichsgewalt hielten die absolut regierenden Landesfürsten je nach ihrer persönlichen Einstellung die Presse am kurzen oder langen Zügel. Preußens Herrscher neigten zu scharfer Auslegung der Beschränkungen; sie hielten an alten Zensuredikten fest oder erließen neue“ (Kordes/Pollmann 1989, 9). Die Presse ist Mittel zum Zweck. Sie dient den Regierenden als Sprachrohr, mit dem man versucht, die öffentliche Meinung zu lenken und zu beeinflussen. Mit der Idee einer staatlichen Organisation zur Überwachung und Beeinflussung der Presse, entsteht am 14. Oktober 1841 das Ministerial-Zeitungs-Büro. Diese Zensur-Institution beobachtet die in- und ausländische Presse, erstellt Berichte über die Lage und Stimmung der preußischen Öffentlichkeit. Darüber hinaus erläutert das Büro auch die staatliche Politik Preußens und wirbt für Sympathie in der Öffentlichkeit. Eine zentrale Aufgabe besteht darin, die Aufgaben der Zensurbehörden zu überwachen. Mit dem Ministerial-Zeitungsbüro ist institutionell der Grundstein für moderne staatliche Öffentlichkeitsarbeit gelegt worden, wenngleich das Verständnis von Öffentlichkeitsarbeit damals und heute nicht vergleichbar ist.