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Mitte des 19. Jahrhunderts wachsen Bedeutung und Ausmaß der Reklame enorm. Auch Alfred Krupp sieht die Möglichkeiten, die in dieser expandierenden Form öffentlicher Kommunikation liegen und macht sie sich für seine Firma zunutze. Ziel ist es für ihn, sowohl seine Produkte auf dem Markt als Markenartikel zu etablieren und abzusetzen, als auch einen Wiedererkennungswert für das Unternehmen durch ein Firmenlogo zu erlangen.

Das älteste Kommunikationsinstrument der Gussstahlfabrik ist das „Circular“. Es dient der ausführlichen Vorstellung von Neuerungen und Weiterentwicklungen. Diese Form der Direktwerbung, heute als „Mailing“ bezeichnet, ist nach heutigem Kenntnisstand eine Kruppsche Erfindung oder Besonderheit zur Verkaufsunterstützung und wird über Jahrzehnte von der Firma fortgeführt und weiterentwickelt.

Ein weiteres Instrument der Firma Krupp sind gedruckte und mit Abbildungen versehene Geschäftskarten. Diese Karten besitzen Karteikartenformat und stellen die Firma mit ihren wichtigsten Produkten umgeben von preußischen Symbolen dar. Krupp und seine Vertreter hinterlassen diese Geschäftskarten, Vorläufer moderner Visitenkarten, bei Kundenbesuchen und den Weltausstellungen, um besser in Erinnerung behalten zu werden. Auch exquisite Werbegeschenke wie Alben, die vor allem Abbildungen von Kanonen enthalten, werden an europäische Fürsten versandt, um bei ihnen im Gedächtnis zu bleiben.

Als die Kruppschen Industriebetriebe zu groß werden und nicht mehr auf Geschäftskarten passen, beginnt Krupp, die noch junge Fotografie für seine Werkansichten einzusetzen und inszeniert gezielt Bilder über den Fabrikalltag. Auch Fotografien von Produkten, vor allem aber von Kanonen, werden zu Werbezwecken eingesetzt. Krupp ist beim Einsatz der Fotografie für betriebliche Zwecke Pionier.

Eine äußerst öffentlichkeitswirksame Kommunikationsmaßnahme ist auch das professionell inszenierte öffentliche Versuchsschießen, erstmals 1878 in Meppen aufgeführt. Vor geladenen Gästen aus den verschiedensten Nationen werden sämtliche Geschütze der Firma Krupp präsentiert und abgefeuert. Auch ein Vorläufer heutiger Event-Kommunikation.

Alfred Krupp setzt jedoch nicht nur die Darstellung seines Unternehmens und dessen Produkte zu Werbezwecken ein. Auch die interne Öffentlichkeitsarbeit wird von Alfred Krupp als Mittel der Werbung eingesetzt. Durch Fotografien des Betriebsalltags und gekonnt arrangierter Fotos von diversen Sozialeinrichtungen wirbt er für ein gesundes, produktives und vertrauenswürdiges Großunternehmen.