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Als 1848 nach der Gewährung der Pressefreiheit aus dem Ministerial-Zeitungsbüro das Literarische Kabinett wird, hat diese staatliche Organisation zuvorderst die Aufgabe, Zeitungen auszuwerten und die politische Führung über die Presseartikel zu informieren. Zugleich bringt das Kabinett am 1. Oktober 1850 ein eigenes Blatt, die Sonntags-Correspondenz, heraus. Das Hauptaugenmerk dieser Publikation liegt auf der Lenkung der Lokal- und Provinzpresse. Die ihr im Jahr 1851 nachfolgende Centralstelle für Preßangelegenheiten hat offensivere Aufgaben, sie soll vornehmlich versuchen, auf den Inhalt der Zeitungen Einfluss zu nehmen, was ihr aber nur teilweise gelang. Kurz nach der Reichsgründung – aus der Centralstelle für Preßangelegenheiten war 1862 das Literarische Büro geworden – kommt das Verfassen eigenständiger Nachrichten sowie selbstverfasster Leitartikel dazu. Rückblickend lassen sich rückblickend vier Hauptarbeitsgebiete des Literarischen Kabinetts, Zentralstelle für Preßangelegenheiten, und Literarische Büro erkennen:

 

1. tägliche Presseübersicht mit Bericht an den Direktor (diese Aufgabe wäre aus heutiger Sicht gleichzustellen mit der Funktion eines „Pressespiegels“)

 

2. konstante Berichterstattung beim Minister (der stetige Informationsaustausch von Themen, die in der Öffentlichkeit die Tagesordnung bestimmen.)

 

3. Lieferung von Artikeln an die gouvernementalen Organe (diese Aufgabe sollte der Inneren Kommunikation, der Überwachung der Tätigkeit, der Transparenz dienen.)

 

4. Korrespondenzen an die auswärtige Presse (heute wohl gleichzusetzen mit Pressemitteilung), zum Teil mit manipulativem Charakter.