Home > Organisationen > Krupp > Die Weltaustellung 1851 >  Zusatzinformationen



Alfred Krupp ist einer der ersten Unternehmensgründer in der Zeit Deutschlands vor der Reichsgründung, der Wesen und Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit im internationalen Kontext erfasst und praktiziert. Sein erstes großes öffentliches Forum, bei dem er seine aus Stahl gefertigten Produkte vorstellen und aktive Öffentlichkeitsarbeit betreiben konnte, ist die erste internationale Industrie- und Kunstausstellung in London 1851.

Schon im Vorfeld reist Krupp nach London, um der Ankunft und dem Aufbau der Firmenexponate beizuwohnen. Während dessen lief die Fertigstellung des Hauptstücks der Kruppschen Ausstellungsstücke – der aus einem Guss gegossene Stahlblock von etwa 2,5 Tonnen Gewicht in der Heimat auf Hochtouren. Eine englische Konkurrenzstahlfirma wollte ebenfalls einen Gussstahlblock mit dem Namen „monsterpiece“ ausstellen und so drängte Krupp seinen Kompagnon in Deutschland immer wieder, den Kruppschen Stahlblock größer und größer zu machen. Als das „monsterpiece“ der englischen Firma ausgestellt wurde, parierte Krupp geschickt und bemerkte ein wenig arrogant: „Ich habe gesagt, so Stückchen machen wir alle Tage, ich wollte den Großpapa schicken.“ Dieser Ausspruch ist nun in aller Munde, die englische Presse berichtet über den großspurigen Deutschen und die Besucher der Weltausstellung erwarten den deutschen Gussstahlblock mit höchster Spannung. Krupp betreibt somit schon im Vorfeld eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit für den Stahlblock, welcher zum Publikumsmagneten wird und Krupp zum internationalen Durchbruch verhilft. Anhand eines weiteren Exponates, der Kruppschen Gussstahlkanone, stellt Krupp auch sein Gespür für öffentlichkeitswirksame Präsentationen unter Beweis, indem er die Kanone unter einem preußischen Militärzelt inszeniert und ebenfalls, neben dem Gussstahlblock, zur Publikumsattraktion verhilft.

Die Kanone und der Gussstahlblock, vor allem aber die Auszeichnung mit der Council Medal machen die Londoner Weltausstellung für Krupp zu einem grandiosen Erfolg und begründen den Weltruf des Unternehmens. Aber nicht nur die Qualität des Stahls, sondern gleichermaßen das geschickte Auftreten Krupps und die Tatsache, dass er sich die auf der Weltausstellung formierenden Öffentlichkeit zunutze macht,, verhelfen ihm zu Weltruhm. Es folgen viele weitere Weltausstellungen, auf denen Preise gewonnen werden und bei denen Krupp die Öffentlichkeit als Vehikel benutzt, um neue Kundenkontakte zu knüpfen. Mithilfe der Weltausstellungen festigt Krupp das Image und die gute Reputation seines Unternehmens langfristig.