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3 Ringe von Krupp


1811 als „Kruppsche Gussstahlfabrik“ von Friedrich Krupp gegründet, beschränkt sich die Produktion der Firma anfangs auf Stahlkleinerzeugnisse wie Bohrer, Feilen und Münzstempel. Nach der Übernahme des Unternehmens durch dessen Sohn, Alfred Krupp, 1826 beginnt der steile wirtschaftliche Aufstieg. Der sogenannte Kruppsche Stahlreifen und spätere Kanonengeschäfte mit fast allen europäischen Großmächten sichern den Erfolg, der sich schon im Todesjahr Alfred Krupps 1887 in 20.000 Beschäftigten ausdrückt. Eine innovative Öffentlichkeitsarbeit des Inhabers war wesentlich für den Erfolg mitverantwortlich.

Alfred Krupp verwendet verschiedene PR- und Werbemittel, von denen einige, wie die Circulare, Visitenkarten, Werbegeschenke und die Werksfotografie über die Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt wurden. Auch die öffentlichen Versuchsschießen bei Meppen, für die seine Firma berühmt wurde, lässt Alfred Krupps innovatives und strategisch ausgerichtetes Gespür für Öffentlichkeitsarbeit erkennen. Der internationale Durchbruch seiner Firma gelingt auf den damals neu eingeführten Weltausstellungen. Für aufwendige Präsentationen seiner Produkte bekommt seine Firma viel Aufmerksamkeit, zahlreiche Auszeichnungen und damit Weltruhm. Ein Pionier ist Alfred Krupp auch im Hinblick auf seine interne Öffentlichkeitsarbeit: Sein „Generalregulativ“, in dem die Pflichten und Rechte seiner Arbeiter geregelt wurden, bildet unter anderem die Grundlage für Bismarcks Sozialpolitik, soziale Maßnahmen für die Beschäftigten sind richtungweisend und können als Frühformen von Human Relations gelten.

Alfred Krupps Nachfolger, Friedrich Alfred Krupp, baut das Imperium weiter aus. Eine aktive Pressebeobachtung und Pressearbeit durch zunächst einen „Literaten“, ab 1893 ein Pressebüro sowie der Einsatz von Methoden zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung, die aus heutiger Sicht eher fragwürdig sind, verhelfen dem Unternehmen zu einem ein positiven Presseecho.

Das deutsche Großmachtstreben und Kruppsches Lobbying bringen dem Unternehmen massive Gewinne mit der Herstellung von Kriegsmaterial, das in den Schlachten des Ersten und Zweiten Weltkriegs zum Einsatz kommt. Entsprechend desaströs ist das internationale Image der Firma Krupp nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Es gelingt dem Unternehmen aber durch innovative und strategisch langfristig angelegte Public Relations und z.B. durch eine Imagekampagne, sich vom Image des Kriegsproduzenten wenigstens teilweise zu befreien und so einen erneuten wirtschaftlichen Aufschwung positiv zu begleiten.

1999 fusioniert das Nachfolgeunternehmen Hoesch mit der Thyssen AG zur Thyssen – Krupp AG mit den Hauptsitzen Duisburg und Essen. Das Kerngeschäft liegt auch heute noch in den Segmenten Stahl. Hinzu kommen Industrieanlagen und Industriegüter. Im Geschäftsjahr 2003/04 wird mit 184.400 Mitarbeitern ein Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und ein gewinn vor Steuern von 1,58 Milliarden Euro erwirtschaftet. Teile dieses Gewinns werden auch heute noch durch Waffenproduktionen eingefahren.

 

 

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